mein Blog über Elektroautos
Erstkontakt mit Twizy – ein interessantes Erlebnis
von Dorian Schädler,  19. Oktober 2013
Der Renault Twizy ist sicher das bekannteste Renault-Z.E.-Modell, vielleicht sogar das bekannteste "Elektroauto" überhaupt. Meist ist die Reaktion der Leute, denen ich erzähle, dass ich ein Elektrouto fahre: "Du fährst ein Elektoauto? Ja so einen kleinen ulkigen Twizy!?" Da die meisten Leute also Elektroautos mit Twizy verbinden, muss ich ihn wohl auch einmal getestet haben. Rein optisch würde ich den Twizy als Sommerfahrzeug bezeichnen (In der Basisversion verfügt der Twizy weder über Scheiben, noch über eine Heizung), somit könnte eine Probefahrt bei eisigen 2°C und Nieselregen mein Bild vom Twizy verfälschen und ich beschloss noch ein paar Wochen zu warten.

              

Dieses Wochenende schien jedoch geradezu ideal für eine Spritztour zu werden. Am Samstagmorgen tauschte ich meinen Zoe für 3 Stunden gegen seinen kleinen Z.E.-Bruder ein. Mein Renault-Händler bietet kostenloses Aufladen an einer 22kW-Ladesäule an, die ich bei dieser Gelegenheit mit Zoe testen wollte, doch wie es der Zufall will: "Anschluss 1 defekt".
Bei Sonnenschein und angenehmen 16°C startete ich meine Fahrt mit dem Elektroflitzerle. Die Fahrgeräusche sind deutlich zu hören, da der Renault Twizy ja wie bereits erwähnt keine Scheiben besitzt. Beim Beschleunigen ist zudem ein Geräusch des Elektromotors zu hören, welches bei anderen Elektroautos nur sehr schwach wahrzunehmen ist. Trotz leicht gepolsterten Hartschalensitzen sitzt man bequem; jedenfalls bei langsamer Fahrt auf glatter Fahrbahn. Ein Twizyfahrer kennt nach einigen Fahrten sicher jeden Schachtdeckel auf der Strecke auswendig, denn die Federung ist hart, was jedoch zu guter Straßenlage trotz des geringen Gewichts führt. Die Beschleunigung ist ordentlich, sogar Energierückgewinnung ist möglich. Die Rekuperation spürt man zwar nicht, aber sie wird im Display angezeigt durch einen Pfeil, der zur Batterie zeigt. Das Display informiert zudem über Geschwindigkeit, Batteriekapazität und wie viel Strom gerade aus der Batterie entnommen wird. Was mir während der Fahrt negativ aufgefallen ist, ist der Fahrtwind, der einem andauernd ins Gesicht bläst. Dagegen gibt es jedoch ein Scheibenpaket für ca. 500 Euro.

                   

Zuhause angekommen versuchte ich den Twizy an einer Schuko-Steckdose aufzuladen, was ohne Probleme funktionierte. Bei leerer Batterie würde der Ladevorgang ca. 3,5 Stunden dauern. Anschließend musste ich auf dem hinteren Sitz des Twizys Platz nehmen, da das Interesse an diesem Gefährt nicht nur bei mir groß war. Der Luftzug ist hier wesentlich stärker zu spüren, ansonsten gibt es auf dem hinteren Sitz keine Einschränkungen: es ist genügend Platz vorhanden, man kann die Beine ausstrecken und er ist genauso bequem wie der Fahrersitz. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h kommt trotz kleiner Abstriche Fahrfreunde auf. Vorausgesetzt man vergleicht ihn nicht mit einem (Elektro-)Auto. Für die Stadt ist Twizy meiner Meinung nach im Sommer ein ideales Fortbewegungsmittel: er beschleunigt gut, ist klein, passt somit in jeden Parkplatz, kann an der Haushaltssteckdose geladen werden, ist zum Einparken "übersichtlich" und er ist zudem leise, umweltfreundlich und erzeugt keine Abgase. Allerdings würde ich das Scheibenpaket für 500 Euro dazunehmen.

zu den technischen Daten des Renault Twizy