mein Blog über Elektroautos
Tanken zum Nulltarif – so macht Tanken Spaß
von Dorian Schädler,  10. Oktober 2013
Zoe friert und verliert Strom
Wie jeden Tag fuhr ich heute mit Zoe zum Arbeiten. Kurz vor meinem Parkplatz zeigte Zoe eine Restreichweite von 16 Kilometern an. Das weiß ich noch genau, denn die Batteriewarnleuchte leuchtete auf und es erklang ein Warnton (Batteriekapazität liegt bei 12%). Als ich nach der Arbeit nichtsahnend die Fahrertür öffnete, wurde ich durch einen nicht endenden Warnton begrüßt. Als ich den Motor startete, zeigte die inzwischen rote Batterieanzeige nicht einmal mehr die Kilometer an. Laut Bedienunsanleitung passiert dies bei einer Batterierestkapazität von 5%). Ohne einen Kilometer gefahren zu sein, verlor die Batterie während einer Standzeit von ca. 8 Stunden 7% Strom. Zugegeben: Zoe stand auf einem Parkplatz mitten in "Schwäbisch-Sibirien", wo es Anfang Oktober gerade mal 6°C hat. Aber in ein paar Wochen liegt hier in Biberach die Temperatur vielleicht schon bei -10°C. Muss ich Zoe jetzt jeden Abend vollladen, um morgens die 12 Kilometer zur Arbeit zu schaffen? Ganz so schlimm wird's schon nicht werden. Dennoch sollte ich etwas Stromverlust über die Wintermonate einplanen. Nach Angaben von Renault wird man im Winter immer noch mit 100 Kilometern Reichweite rechnen können. An die 12 Kilometer lange Heimfahrt (überwiegend bergauf) war nun also nicht mehr zu denken. Aber ich hatte ja für heute sowieso einen Probeladevorgang in der Museumstiefgarage vorgesehen (Bei meinem letzten Versuch stellte ich ja fest, dass sich Luft nicht als ideales Übertragungsmedium für den Strom von der Ladesäule zur Zoe-Batterie eignet – s. Bericht). Ein Glück, dass die Stadt Biberach so fortschrittlich ist und eine Ladesäule in der Nähe aufgestellt hat (wenn es auch die einzige Ladesäule der Stadtwerke im ganzen Landkreis ist. Aber jeder fängt mal klein an ...).
Der Reststrom reichte bis zur Stromtankstelle und den Weg kenne ich ja inzwischen wie im Schlaf. Auch mein 2. Versuch, an öffentlichen Ladesäulen funktionierte wunderbar: Ladekarte vor das Display der separaten Bedieneinheit halten, Säule auswählen und "Start" drücken. Dank der 32 Ampere konnte ich zuschauen, wie sich die Batterie füllte, während ich diesen Bericht verfasste.

                   

Eine kostensenkende Ehrenrunde
Nach 1 Stunde brach ich den Ladevorgang ab und drehte eine Ehrenrunde um den nächsten Häuserblock und fuhr dann 3 Minuten später wieder in die Tiefgarage. Was das soll? Na, der Strom der Ladesäule ist kostenlos, aber das Parken ist nur die erste Stunde kostenlos. Was tut also ein waschechter Schwabe? Richtig! Nach 1 Stunde Parkmünze entwerten, Tiefgarage verlassen, zur Einfahrt wieder reinfahren und an der Säule 1 weiterladen. Wozu? Natürlich um zu testen, ob auch wirklich beide Ladesäulen funktionieren! Und ich kann bestätigen: es funktionieren beide. Zoe schlürft den Strom genüsslich. Die Tonlage der Geräusche bei der "Nahrungsaufnahme" ist dabei jedoch nach wie vor unerträglich hoch.
Nach 2 Stunden Laden kann ich nun die Heimfahrt antreten. Das Tanken war völlig kostenlos, abgesehen von den 2 Stunden Warten; aber die habe ich ja sinnvoll genutzt.