mein Blog über Elektroautos
Öffentliche Ladesäulen – endlich fließt Strom
von Dorian Schädler,  08. Oktober 2013
Heute starte ich meinen 2. Versuch, an einer öffentlichen Ladesäule meinen Zoe aufzuladen. Gut vorbereitet starte ich nach einem prüfenden Blick in den Kofferraum, damit ich mein Ladekabel auch wirklich dabei habe, nach Feierabend meine Fahrt zur RWE-Ladesäule in Ulm. Da ich ja, wie bereits berichtet, in einer ladetechnisch schlechten Gegend wohne, muss ich 30 Kilometer zur nächsten Säule der RWE fahren. Ich möchte testen, wie einfach das Laden über ePowerSMS ist. Die Idee von RWE finde ich super, so benötigt man keinen Vertrag, keine spezielle Ladekarte und kann auch ohne große Vorplanung an jeder RWE-Säule sein Elektroauto aufladen.

Positiv überrascht war ich auch, als das Zoe-Navigationssystem die RWE-Säule sofort gefunden hat. Nach der Arbeit fuhr ich dann sofort Richtung Ulm. Endlich hatte ich mal eine Fahrt, auf der ich Zoe so richtig ausfahren konnte, denn sicherheitshalber habe ich Zoe am Vorabend an die Steckdse gehängt, damit ich im Notfall auch ohne Renault-Assistance wieder nach Hause komme. Aber die Ladung in Ulm funktionierte ohne Komplikationen. Auch wenn ich zuerst einige Minuten warten musste, denn als ich an der RWE-Säule ankam, war diese komplett zugeparkt. Ich musste quasi Schlangestehen, nur dass vor mit kein einziges Elektroauto stand. Die Säule steht nämlich auf dem Gelände einer Tankstelle direkt neben der Einfahrt und die Autos standen da, weil die Fahrer in der Tankstelle einen Kaffee tranken. Natürlich kommt kein Autofahrer auf die Idee, sein Auto für eine längere Kaffeepause im Tankstellen-Shop an der Zapfsäule abzustellen und andere Kunden am Tanken zu hindern. Dass sie aber genau dasselbe bei den Elektroauto-"Tanksäulen" taten, war keinem der Fahrer bewusst. Als ich die gerade aussteigende Fahrerin vor mir freundlich darauf hinwieß, dass sie ihren Benziner hier nicht aufladen kann, parkte sie ihren Wagen mit leicht rotem Gesicht um. Ich glaube, sie achtet zukünftig, ob sie in der Nähe einer Ladesäule ihren Wagen abstellt.

         

Ansonsten verlief die Ladung reibungslos: 4 SMS und Zoe beginnt zu piepsen (die Kühlung des Zoe-Ladesystems erzeugt beim Laden einen unangenehmen, hohen Ton). Der Ladevorgang ist simpel: Ladekabel anstecken, SMS mit Ladedauer, Ladesäulennummer und Ampere-Zahl versenden. Sofort erhält man eine Bestätigungs-SMS, die man ebenfalls mit "JA" bestätigt und der Ladevorgang startet innerhalb einer Minute. DIe Kosten werden vom Handy-Guthaben oder vom Handy-Vertrag abgezogen, den Betrag erfährt man über eine abschließende SMS von RWE. 1 Stunde Laden mit 16 Ampere kostet ca. 4 Euro.
Die halbe Stunde nutzte ich, um eine nur wenige hundert Meter entfernte Ladesäule der Stadtwerke Ulm aufzusuchen. Hier aufzuladen ist allerdings etwas komplizierter: Man benötigt entweder die SWU-Karte der Stadtwerke oder die Verbund-Ladekarte von "Ich-tanke-Strom", einem Zusammenschluss einiger Stadtwerke in Schwaben und Bayern. Vor dieser Säule sind zwei Parkplätze für Elektroautos reserviert, was aber auch nichts nützt, wenn darauf ein Benzinauto parkt, wie es zu der Zeit meines Besuchs der Fall war.

    

Als ich zu meinem Zoe zurückkehrte, sah ich bereits von Weitem, dass sich einige Leute um mein Auto versammelt hatten und staunten, dass es auch Autos gibt, bei denen sich der "Tankdeckel" in der Fahrzeugfront befindet. Interessant, dass sich während der Fahrt kaum jemand nach meinem Zoe umdreht, sobald er jedoch an einer öffentlichen Ladesäule steht, übersieht ihn kaum einer.
Nun bin ich überzeugt, dass auch mit einem Elektroauto problemlos eine längere Fahrt möglich ist, auch wenn man etwas mehr Zeit einplanen muss. Den ersten Test haben die öffentlichen Ladesäulen bestanden, nach München werde ich nächste Woche elektrisch fahren!