mein Blog über Elektroautos
Der Weltrekord ist geknackt!
von Dorian Schädler,  24. Mai 2015
Fortsetzung von Blog-Bericht 18 "Einfach elektrisierend"


Tag 4

Heute bleiben die Autos stehen und ich fahre mit meinem Onkel mit der Straßenbahn nach Berlin-Mitte. Neben den obligatorischen Zielen wie Brandenburger Tor, Siegessäule, Reichstag und Fernsehturm besichtigen wir die Hauptstadt während einer Stadttour mit der Straßenbahn – natürlich ebenfalls rein elektrisch.
Am Abend starten wir die Rückreise. Erstes Ziel ist Beelitz. Das Ladesäulenverzeichnis verspricht kostenloses Aufladen mit 22kW, was ich vorfinde ist eine 11kW-Wallbox und laden kann ich überhaupt nicht, da sie nicht in Betrieb ist. Also schnell weiter nach Linthe. Dort das gleiche Versprechen und leider auch das gleiche Resultat. Als ich mein Kabel einstecken will, suche ich leider vergeblich nach einem Typ2-Anschluss. Bei dieser Säule hat der Betreiber den Typ2 durch ein CHAdeMO-Kabel ersetzt. Dumm gelaufen für mich, der Schweizer, den ich hier wieder treffe freut‘s, denn er kann hier endlich schnell aufladen. Enttäuscht über Deutschlands Ladeinfrastruktur und über die schlechte Dokumentation im Internet verlasse ich die Säule wieder ohne volle Batterie. Zum Glück schaffe ich es mit äußerst sparsamer Fahrweise gerade noch so nach Dessau. Hier weiß ich ja, dass kostenlos Strom mit 22kW für Zoes fließt. Mein Onkel im Tesla sieht’s gelassen, er hat noch Strom für weitere 200 Kilometer. Weil der Strom aber kostenlos fließt, kann auch eine kleine Zwischenladung für den Tesla nicht schaden. Der nächste Ladesäulenbesucher ist nicht gerade begeistert, als er erfährt, dass der Tesla noch ca. 6 Stunden benötigt, bis die große Batterie voll ist. War natürlich nur Spaß, und so kam es wieder zu einer sehr kurzweiligen Fahrtunterbrechung mit vielen Neuigkeiten und Erfahrungen der „Elektroauto-Kollegen“. Gestärkt durch ein spontanes nachträgliches Geburtstags-Kaffeekränzchen an der Ladesäule machen wir uns kurz vor Mitternacht zur letzten Ladesäule für heute auf.

                   


Tag 5

Die letzten Nächte waren kurz, das viele Autofahren erforderte lange Konzentration, da kann es schon einmal passieren, dass man verschläft. Der heutige Tag beginnt für uns daher erst um 9:30 Uhr. Nach einem ausgiebigen Frühstück im fahrenden 4-Sterne-Hotel mit Halbpension verabschiede ich mich von meinem Onkel, er wird mit dem Tesla Model S Stuttgart einige Stunden früher erreichen. Da ich die Ladesäulen auf der Strecke von der Anreise kenne, wage ich nun größere Distanzen zwischen den Ladestopps. Bis auf eine kostenpflichtige Ladesäule lade ich auf der gesamten Strecke von Berlin bis Biberach kostenlos. Um 19:30 Uhr erreiche ich den heimischen Parkplatz mit kostenlosem Reststrom in der Batterie, der bis zum nächsten Urlaub reicht.
Zusammenfassend kann ich festhalten: Es war eine sehr interessante, aufschlussreiche Reise. Alleine die Benzinkosten für die 3000 Kilometer, die Zoe und Tesla zusammen in den letzten fünf Tagen zurückgelegt haben, würden sich auf mindestens 360 Euro belaufen. Elektrisch angetrieben kostet diese Fahrt (bis auf das Laden an einer kostenpflichtigen Ladesäule) keinen einzigen Cent und wir haben zudem kein einziges Gramm CO2 ausgestoßen! Dabei konnte ich allein mit Zoe durch Rekuperation Strom für über 100 Kilometer zurückgewinnen - soviel wie ein 4-Personen-Haushalt an einem ganzen Tag verbraucht. Diese Energie wäre bei einem Benziner in nichts als heiße Luft oder besser heiße Bremsscheiben verloren gegangen.